Am 18.06.2005 fuhren wir mit ein paar Leuten vom Freizeit-Club-Leipzig
die Strecke am Elberadweg von Wittenberg nach Torgau. Haben Sie sich
früher, als Sie noch kindwüchsig waren und Samstagabend in trauter
Familienrunde bei der ARD in der ersten(?) Reihe saßen auch immer
maßlos darüber geärgert, dass Showgrößen wie Fuchsberger, Kulenkampf
oder Kurt Felix ihre Sendezeiten meistens überzogen und das Wort zum
Sonntag dann viel zu spät gezeigt wurde?
Ja, ich gestehe, auch ich gehörte dazu aber nach dem Studium der
folgenden Zeilen werden Sie gewiss zu der Überzeugung gelangen, dass man bei
manchen Veranstaltungen gar nicht anders kann.
In kleiner Gruppe (nur 6 Teilnehmer) setzten
wir uns kurz nach Zehn per Zug Richtung Lutherstadt Wittenberg in Bewegung. In
Delitzsch erwarteten wir Verstärkung, aber der dortige Teilnehmer brachte
offenbar vor lauter Begeisterung erst gar kein Bein in den Zug. Davon
unbeeindruckt gab es dann zunächst ein zünftiges Sektfrühstück, denn schließlich
hatten wir noch ein Geburtstagskind (frische 35geworden) in unseren
Reihen.
Gut beschwingt gelang der Ausstieg in Pratau (km 0)
problemlos. Nach Passage der Elbebrücke (von der man übrigens einen tollen
Rundblick hat) ging es zunächst auf kleine Stadtrundfahrt durch Lutherstadt
Wittenberg. Wenn Sie mal diese Stadt besuchen wollen empfehle ich eine
Besichtigung von Stadt- sowie Schlosskirche. Es lohnt sich auf jeden Fall.
Sehenswert auch die Altstadt, durch welche der gut ausgeschilderte Elberadweg
direkt hindurchführt.
 Hinter Lutherstadt Wittenberg führte die Tour dann geradewegs
in die Elbaue mit ganz beeindruckenden Landschaftsausblicken. Da es nun schon
beste Mittagszeit war, entschlossen wir uns in Gallin (km 13,0) zur Pause in
einen Landgasthof direkt am Fluss. Nach einen guten Essen waren die nächsten
Kilometer nun kein Problem.Sehr erwähnenswert auch das Städtchen Elster. Hier
verläuft der Weg sehr flussnah und durch allerlei liebevoll gestaltete
Hinterhofgärten. In Gorsdorf überquerten wir dann die Schwarze Elster und weiter
ging es in Richtung Pretzsch.
Wenn Sie in Pretzsch (km 36,5) nicht durch die Elbe
schwimmen wollen, (solche Verrückte soll es ja auch geben) empfehle ich die
Investition von 1 Euronen für die Fähre über den Fluß.Inzwischen hatte sich bei einigen das Kaffeetrinkergen
gemeldet und somit nutzten wir für unsere Rast das gleich in der Nähe liegende
Fährhaus. Falls Sie dieses Lokal mal besuchen studieren Sie dortige Fotogalerie
und lauschen 
den Ausführungen des Wirtes zur Jahrtausendflut. Es ist wirklich
beeindruckend. Frisch gestärkt radelten wir dann weiter nach
Dommitzsch. Mittlerweile war nur die Zeit soweit fortgeschritten, dass
die avisierte Abfahrtzeit des Zuges (18.11 Uhr in Torgau) unmöglich zu
schaffen war. Dazu hätte es einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 35
km/h bedurft, was technisch zwar machbar, dem aber auch
Ermüdungstendenzen einzelner Teilnehmer gegenüberstanden. Da
gegenseitige Rücksichtnahme das oberste Gebot sein sollte, trudelten
wir erst kurz nach 19 Uhr am Torgauer Schloß Hartenfels (km 69,0) ein.
Nunmehr befreit von allen zeitlichen Zwängen entschlossen wir
uns, den Abend ordentlich abzurunden und fuhren kurzerhand weiter an den Großen
Teich. Das ist ein Gewässer am südlichen Stadtrand von Torgau und
(logischerweise) gibt es da auch ein sehr empfehlenswertes Lokal von dem man
einen ganz tollen Seeblick hat. Da wir aber auch den Fahrplan der Bahn AG im
Blick hatten, standen wir kurz  nach 21 Uhr zum Antritt der Heimfahrt auf dem
Torgauer Bahnhof (km 75,0). Bis zur Ankunft in Leipzig war dann aber genug Zeit
nochmals kräftig auf das zukünftige Wohl von Birgit (unsere frische 35jährige)
anzustoßen. Kurz vor zehn trafen wir dann ziemlich fröhlich wieder auf dem Hauptbahnhof
ein, von wo es dann per S-Bahn (zum Radfahren hatte nach den reichhaltigen
Eindrücken des Tages keiner mehr große Lust) direkt nach Hause ging. An dieser
Stelle abschließend noch ein besonderes Lob an Ute, welche (obwohl nur
Gelegenheitsradfahrerin) auf dieser Tour mit wahrer Kämpfernatur ganz toll
mitgehalten hat. |