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Stanley Kubrick Retrospektive im Martin Gropius Bau vom 20.Januar bis 11.April 2005 |
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Stanley Kubrick (1928-1999) ist einer der bedeutendsten Regisseure der
Filmgeschichte. Sein Werk umfasst zwar nur dreizehn Spielfilme, aber
wie Martin Scorsese meint: "Ein Film von ihm ist zehn andere wert."
Die Ausstellung stellt erstmals das Gesamtwerk von Stanley Kubrick vor.
Die meisten Objekte stammen aus dem persönlichen Arbeitsarchiv des 1999
verstorbenen Regisseurs. Das Deutsche Filmmuseum Frankfurt am Main
erschloss im Jahr 2003 seinen Nachlass, der sich als einer der größten
Privatbestände der Filmgeschichte erwies. Kubrick lebte und arbeitete
seit den 1960er Jahren abgeschieden mit seiner Familie nördlich von
London. Dort las er sich in Themen ein, recherchierte bis ins Detail
und sammelte für künftige Projekte. Daraus erwuchs über die Jahre ein
riesiger Materialfundus, auf dem die Ausstellung basiert.
 AUSSTELLUNG UND EXPONATE Die Exponate lassen hinter die Kulissen der filmischen Meisterwerke und ihres Schöpfers blicken. Skripte, Drehpläne, Korrespondenzen und technisches Equipment dokumentieren Kubricks akribische Arbeits weise. Von den ersten Vorarbeiten bis zum Director'sCutvergingen oftviele Jahre. Die Ergebnisse brachten nicht nur Anhänger, sondern auch Kritiker zum Staunen.
Der Ausstellungsrundgang im Martin-Gropius-Bau erstreckt sich über rund 1.000 Quadratmeter. Vorgestellt werden alle Filme - vom ersten kurzen Dokumentarfilm DAV OF THE FIGHT (1951) bis zum Spätwerk EYES WIDE SHUT (1999). Zu den Exponaten zählen Werkfotos und Skizzen zum Antikriegsfilm PATHs oF GLORY (1956), originale Kostüme aus SPARTACUS (1960) sowie bisher unveröffentlichte Aufnahmen mit Sue Lyon, der Hauptdarstellerin aus LOLITA (1962). Die Ausstellung präsentiert ikonenhafte Objekte wie das Starchild aus 2001: A SPACE Oovssey (1968), die Kleidchen der Schwestern aus THE SHININO (1980) oder den Bornto-kill-Helm aus FULL METAL JACKET (1987). Originalgetreue Modelle, wie der von Ken Adam entworfene War Room aus DR. STRANGELOVE (1964), vermitteln einen Eindruck von der Architektur berühmter FilmSets. Besucher können Modelle des Irrgartens aus THE SHiNiNC und der Raumschiff Zentrifuge aus 2001: A SPACE ODVSSEy sehen. An die Korova Milkbar erinnert der Bereich ZU A CLOCKWORK ORANGE (1971). Zeitgenössische Zeitungsartikel, Briefe und Zensurbescheide zeigen die Kontroverse um Kubricks Werk.
TECHNISCHE VERFAHREN
Kubrick und sein Team entwickelten kamera- und tricktechnische Verfahren, die den Look seiner Filmbilder prägten. Für den Prolog von 2001: A SPACE OovssEy perfektionierte er die Frontprojektion: als Menschenaffen verkleidete Schauspieler agieren im Studio vor einer speziell reflektierenden Leinwand, auf die hochauflösende Dias Hintergrundbilder projizieren. Im Film wirkt die Studioszene als sei sie onlocationin der Savanne aufgenommen worden. Besucher können sich in der Ausstellung selbst in einer Frontprojektion sehen. Auch die besonderen Kameras und Objektive Kubricks werden vorgestellt. Zu den bekanntesten gehört das lichtstarke Zeiss-Dbjektivf/0.7, mit dem die Kerzenlicht-Szenen für BARRy LyNOON (1975) gedreht wurden . UNREALISIERTE PROJEKTE UND FOTOREPORTAGEN Die Ausstellung stellt erstmals Kubricks unrealisierte Projekte vor. Rechercheunterlagen, Kostümentwürfe und Drehpläne belegen, wie weit die Vorarbeiten zu Napoleon und Aryan Papers bereits fortgeschritten waren. Für den Historienfilm über den französischen Feldherrn und Kaiser sammelten Kubrick und seine Mitarbeiter Informationen, die sie auf Hunderten von Karteikarten notierten. Ein weiterer Ausstellungsbereich zeigt die bislang wenig bekannten Fotografien des jungen Stanley Kubrick. Zwischen 1945 und 1951 arbeitete er als Fotoreporter für die amerikanische Zeitschrift Look.
AUDIOVISUELLER VORTRAG UND HÖRFÜHRUNG Ein halbstündiger audiovisueller Vortrag erläutert den Einsatz von Musik in den Filmen. Außerdem zeichnet eine Bildschau die Biografie von Stanley Kubrick nach. AufWunsch wird die Ausstellung von einer Hörführung begleitet, die einzelne Themen vertieft und Exponate erläutert. Videostationen führen Ausschnitte aus allen Filmenund dokumentarische Aufnahmen vor.
Veranstaltungsort Martin-Gropius-Bau Berlin Niederkirchnerstraße 7 / Ecke Stresemannstr. 110 10963 Berlin - Tel.: 030-25 486-0
© Deutsches Filmmuseum Frankfurt am Main 2005 |