Die meisten Bankkunden behalten ihr Girokonto selbst dann noch, wenn die Kontogebühren steigen. Sie bleiben ihrer Bank oder Sparkasse aus Gewohnheit über Jahre treu. Mit gutem Grund, denn immerhin laufen die meisten Gehaltszahlungen, Abbuchungen und Daueraufträge über das Konto. Der erwartete Aufwand bei einem Wechsel wiegt bei den meisten höher als die mögliche Kostenersparnis. Durch ein kostenloses Girokonto kann man jedoch pro Jahr dreistellige Euro-Beträge sparen.
In den letzten Monaten wurden mehrere Girokonten ohne eine monatliche
Kontoführungsgebühr eingeführt, da viele Banken ihre Kundenzahl in
diesem Bereich erhöhen möchten oder der Konkurrenzdruck ein solches
Angebot erfordert. Uneingeschränkt gilt für Auszubildende und Studenten
bei vielen Kontoanbietern die kostenlose Kontoführung. Für alle anderen
Kundengruppen ist ein Verzicht auf Kontoführungsgebühren meist an
Bedingungen geknüpft. Zum Teil setzen die Banken hier erhebliche
monatliche Mindesteingänge oder ein Mindestguthaben voraus. Unterschiede gibt es auch im Service, den man in Anspruch nehmen kann.
Direktbanken sprechen mobile Kunden an, die keinen Wert auf große
Filialnetze legen. Der Bargeldversorgung am Geldautomaten fällt hier
noch mehr Gewicht zu, da es teuer ist, an fremden Automaten Geld zu
ziehen.
Innerhalb des Sparkassenverbundes kann man zum Beispiel
deutschlandweit sämtliche 23.200 Geldautomaten kostenlos nutzen. Die
Cash Group (Deutsche, Dresdner, Commerzbank, HypoVereinsbank und die
Postbank sowie deren Tochterinstitute) bietet Zugang zu 7.630
Automaten. DKB, ING-DiBa und Volkswagen bank direct ermöglichen eine
kostenfreie Bargeldversorgung an allen Geldautomaten über die VISA
Card. Bei der DKB gilt dies weltweit, bei ING-DiBa und Volkswagen bank
direct innerhalb des Eurolandes. Bei ING-DiBa ist hier noch die
Einschränkung auf 24 kostenfreie inländische Bargeldverfügungen im Jahr
zu beachten, bei Volkswagen Bank direct sind nur die Bargeldabhebungen
ab einem Betrag von EUR 300,00 je Abhebung kostenfrei. Bareinzahlungen
auf Konten der Direktbanken sind in der Regel nur über Fremdinstitute
möglich.
Neben dem monatlichen Grundpreis und dem Kostenfaktor Geldabheben
fallen Gebühren für Buchungen, Maestro- und Kreditkarten sowie
Guthaben- bzw. Dispozinsen an. Unnötige Ausgaben sollte man meiden:
Durch Überweisungen per Beleg und den Versand der Kontoauszüge per Post
können auch Online-Girokonten kostspielig werden. Wichtig für die Wahl
eines geeigneten und somit kostensparenden Produkts ist daher, die
eigenen Bedürfnisse und Gewohnheiten zu kennen.
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